Der Kissenbezug ist das, woran die meisten beim Kauf nicht zuerst denken. Man sucht nach der richtigen Höhe, dem richtigen Material, der richtigen Form. Und dann kommt irgendein Bezug drauf, meistens Polyester, weil er dabei ist.
Das ist schade, weil der Bezug der einzige Teil des Kissens ist, der tatsächlich direkt mit deiner Haut, deinen Haaren und deiner Körperwärme in Kontakt kommt. Er bestimmt, wie sich das Kissen anfühlt. Er beeinflusst, wie warm du wirst. Er schützt den Kern, und wenn er das nicht tut, veraltet das Kissen schneller.
Dieser Artikel erklärt, welche Bezugsebenen es gibt, was jedes Material kann und nicht kann, und was du als Nicht-Allergiker oder Allergiker brauchst.
Nackenkissen Bezüge (Empfehlungen)
Diese Bezüge, die an kleine Spannbettlaken erinnern, eigenen sich besonders gut für formstabile Nackenstützkissen wie z.B. die formstabilen Tempur Nackenstützkissen. Hier einige empfehlenswerte Bezüge, die für Nackenkissen genutzt werden können.
Dukal Bezug für Nackenstützkissen
Ein besonders weicher Bezug aus 100% Baumwolle und in vielen verschiedenen Farben erhältlich.
Fleuresse Vital-Comfort Bezug
Gefertigt aus 96% Baumwolle und 4% Elastan passt dieser, mit einem Gummiband auf der Rückseite versehene Bezug, bestens auf jedes Nackenkissen.
Bellana Gesundheitskissen Bezug
Große Farbvielfalt und einen strapazierfähigen Bezug für alle Gesundheitskissen. Gefertigt ist der Bezug aus 95% Baumwolle und 5% Elastan.
Ich persönlich finde, dass die leicht zu reinigenden Spannbezüge eine tolle Alternative zum normalen Kopfkissenbezug sind und es sehr leicht zu waschen sind. Das schont das Kissen und den kisseneigenen Schutzbezug.
Das Drei-Ebenen-System: Schutzbezug, Hauptbezug und Encasing
Bevor es um Materialien geht, muss klar sein, wovon überhaupt die Rede ist. Beim Nackenkissen gibt es bis zu drei verschiedene Bezugsebenen, und die meisten Menschen nutzen nur eine davon.
Ebene 1: Der Schutzbezug direkt auf dem Kern
Der Schutzbezug sitzt direkt auf dem Schaumkern. Er ist der erste Schutz gegen Schweiß, Körperöle und Feuchtigkeit. Bei vielen Nackenstützkissen ist er fest in das Kissen integriert, manchmal mit Reißverschluss abnehmbar, manchmal nicht.
Wenn dein Kissen einen fest angenähten Bezug hat, ist dieser Bezug sowohl Schutz- als auch Hauptbezug in einem. Wenn er abnehmbar ist, solltest du ihn regelmäßig waschen. Wenn dein Kissen keinen Schutzbezug hat (manchmal bei sehr günstigen Modellen), solltest du dir separat einen besorgen.
Ebene 2: Der Hauptbezug – das, was du anfasst
Das ist der eigentliche Kissenbezug, den du täglich wahrnimmst. Er liegt über dem Schutzbezug oder, wenn kein separater Schutzbezug vorhanden ist, direkt auf dem Kern. Er bestimmt das Schlafklima, das Hautgefühl und den Komfort. Er ist es, der regelmäßig gewaschen wird. Bezüge aus Bambus, Tencel, Baumwolle oder Polyester fallen in diese Kategorie.
Ebene 3: Das Encasing – nur für Allergiker?
Ein Encasing ist ein milbendichter Zwischenbezug, der vollständig um den Kissenkern gezogen wird, unter dem Hauptbezug. Es ist kein gewöhnlicher Schutzbezug, sondern ein speziell eng gewebtes oder beschichtetes Textil, das verhindert, dass Milben und ihr Kot durch das Material dringen. Es sitzt zwischen Kern und Hauptbezug und ist kaum spürbar, wenn es von guter Qualität ist.
Encasings werden häufig als reines Allergiker-Produkt wahrgenommen. Das stimmt nicht ganz. Sie schützen auch jeden anderen Schläfer davor, dass Milbenpopulationen im Kern wachsen, und verlängern die Lebensdauer des Kissens erheblich.
Wer braucht welche Ebenen
- Alle Kissenbesitzer: Ebene 1 (Schutzbezug, oft bereits vorhanden) und Ebene 2 (Hauptbezug, regelmäßig waschen)
- Warme Schläfer und Schwitzer: Hochwertiger Hauptbezug aus Bambus oder Tencel
- Allergiker mit Hausstaubmilbenallergie: zusätzlich Ebene 3 (Encasing)
- Alle, die das Kissen besonders lang nutzen wollen: Encasing lohnt sich auch ohne Allergie
Materialvergleich für Hauptbezüge
Polyester: pflegeleicht, aber warm
Polyester ist das am häufigsten verwendete Bezugsmaterial, weil es günstig, formstabil und pflegeleicht ist. Es verliert seine Form beim Waschen kaum, trocknet schnell und bietet keinen guten Lebensraum für Hausstaubmilben.
Das Problem: Polyester ist nicht von Natur aus atmungsaktiv. Feuchtigkeit wird nicht absorbiert, sondern bleibt auf der Oberfläche. Wer nachts schwitzt, liegt auf einem Material, das die Feuchtigkeit nicht wegtransportiert, sondern staut. Das führt zu einem wärmeren, feuchteren Schlafklima als nötig.
Für Menschen, die kühl schlafen und kaum schwitzen, ist Polyester eine vollkommen solide Wahl. Für alle anderen gibt es bessere Optionen.
Baumwolle: der Klassiker mit einer Einschränkung
Baumwolle ist atmungsaktiv, hautfreundlich, weich und langlebig. Sie nimmt Feuchtigkeit auf und transportiert sie langsam ab. Das ist angenehm bei moderatem Schwitzen. Bei starkem Schwitzen ist die Einschränkung, dass Baumwolle Feuchtigkeit zwar aufnimmt, aber langsam trocknet. Das Kissen bleibt dann länger feucht als bei anderen Materialien.
Ein weiterer Punkt: Als Encasing-Material ist Baumwolle nur bedingt geeignet, weil die Poren groß genug sind, dass Milbenallergene (Milbenkot, der viel kleiner ist als die Milbe selbst) durchdringen können.
Als normaler Hauptbezug ist Baumwolle eine sehr gute Wahl. Als Schutzbezug für Allergiker nicht die erste Empfehlung.
Tencel / Lyocell: der überlegene Allrounder
Tencel (Handelsname für Lyocellfasern, die aus Eukalyptusholz gewonnen werden) hat in den letzten Jahren in der Schlafindustrie deutlich an Bedeutung gewonnen, zu Recht.
Tencel nimmt Feuchtigkeit kontrolliert und gleichmäßig auf, ohne dabei feucht zu werden. Das bedeutet: Du schwitzt, die Feuchtigkeit wird ins Material geleitet und dort gespeichert, ohne dass sich ein nasses Gefühl einstellt. Sie verdunstet dann reguliert durch die Faser hindurch. Bei einer Luftfeuchtigkeit von 65% hat Tencel noch freie Aufnahmekapazität, Baumwolle ist zu diesem Zeitpunkt bereits gesättigt.
Dazu kommt, dass Bakterien sich in Lyocellfasern langsamer vermehren als in Baumwolle. Das bedeutet weniger Geruchsbildung und längere Frische zwischen den Wäschen.
Tencel ist glatt, soft und fühlt sich auf der Haut sehr angenehm an. Es ist hypoallergen und für empfindliche Haut sehr gut geeignet. Der Preis liegt höher als bei Baumwolle oder Polyester, ist aber gerechtfertigt.
Bambus: 4× mehr Feuchtigkeitsaufnahme als Baumwolle
Bambus-Viskose ist eines der meistbeworbenen Materialien im Bereich Schlaftextilien, und in diesem Fall ist das Marketing nicht weit von der Realität entfernt. Bambus nimmt tatsächlich deutlich mehr Feuchtigkeit auf als Baumwolle, leitet sie schneller ab und bleibt dabei trockener auf der Haut.
Natürliche antibakterielle Eigenschaften (durch einen Stoff namens „Bambus-Kun“) reduzieren die Geruchsbildung. Die Faser ist sehr weich, oft mit Seide oder Kaschmir verglichen, und fühlt sich auf empfindlicher Haut angenehm an.
Zwei Einschränkungen: Erstens ist „Bambus“ als Textilbeschriftung nicht einheitlich definiert. Manchmal ist es mechanisch aufbereitete Bambusfaser (näher am Naturprodukt), manchmal chemisch aufbereitete Bambus-Viskose (weicher, aber mehr verarbeitet). Wer auf Nachhaltigkeit achtet, sollte den Herstellungsprozess prüfen. Zweitens ist Bambus-Viskose bei falscher Pflege anfälliger als Baumwolle: zu hohe Temperaturen und falsches Trocknen können die Faser beschädigen.
Für warme Schläfer, Menschen mit empfindlicher Haut und alle, die ein Maximum an Feuchtigkeit abgeleitet haben wollen, ist Bambus eine der besten Bezugsoptionen.
Seide: der Luxus-Bezug mit messbaren Hautvorteilen
Seide ist das teuerste Bezugsmaterial und hat eine spezielle Nische: Sie ist extrem glatt, reibungsarm und kühl. Das hat konkrete Vorteile für Haut und Haare, auf die wir weiter unten noch genauer eingehen.
Bezüglich Feuchtigkeitsmanagement liegt Seide zwischen Baumwolle und Bambus. Sie ist atmungsaktiv und kühl, speichert aber weniger Feuchtigkeit als Bambus. Für sehr heiße Schläfer ist Bambus oder Tencel oft die stärkere Wahl.
Seide ist empfindlich in der Pflege: Handwäsche oder besonders schonendes Maschinenprogramm, keine hohen Temperaturen. Für den praktischen Alltag ist das ein Nachteil.
Fadendichte: das unterschätzte Qualitätsmerkmal
Die Fadendichte gibt an, wie viele Fäden pro Zentimeter in einem Gewebe verarbeitet sind. Zu diesem Thema gibt es eine klare Faustregel: Für atmungsaktive Kissenbezüge sollte die Fadendichte unter 400 liegen.
Je höher die Fadendichte, desto dichter ist das Gewebe, desto weniger Luft kann zirkulieren. Manche Kissenbezüge werden mit sehr hohen Fadenzahlen beworben, weil das traditionell mit Qualität und Luxus assoziiert wird (z. B. 600-Thread-Count). Für Kissenbezüge ist das aber kontraproduktiv. Ein Bezug mit 200–300 Fäden pro Zentimeter aus einem hochwertigen Material wie Tencel oder Bambus ist atmungsaktiver als ein 600-Faden-Baumwollbezug.
Wenn du einen Kissenbezug kaufst und die Fadendichte angegeben ist: unter 400 für gute Luftzirkulation.
Die Materialtabelle: alle Bezugsmaterialien auf einen Blick
| Material | Atmungsaktivität | Feuchtigkeitsmanagement | Hautgefühl | Allergikereignung | Pflegeaufwand | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Polyester | Mittel | Schwach (staut) | Neutral | Gut (kein Milbennährboden) | Niedrig | Günstig |
| Baumwolle | Gut | Mittel (nimmt auf, trocknet langsam) | Weich, hautfreundlich | Gut | Niedrig | Günstig–Mittel |
| Tencel/Lyocell | Sehr gut | Sehr gut (kontrolliert, bleibt trocken) | Sehr weich, glatt | Sehr gut, hypoallergen | Mittel | Mittel–Hoch |
| Bambus | Sehr gut | Hervorragend (4× mehr als Baumwolle) | Seidig, sehr weich | Sehr gut, antibakteriell | Mittel (empfindlich bei Hitze) | Mittel–Hoch |
| Seide | Gut | Gut (kühl, mäßige Aufnahme) | Luxuriös, reibungsarm | Sehr gut | Hoch (empfindlich) | Hoch |
Encasings für Allergiker: Was sie wirklich leisten
Wie ein Encasing funktioniert
Hausstaubmilben lösen keine Allergie durch ihre bloße Anwesenheit aus. Das Allergen ist ihr Kot, genauer gesagt das Protein Der p 1, das in diesem Kot enthalten ist. Dieses Protein ist winzig klein, viel kleiner als die Milbe selbst (etwa 10 Mikrometern).
Ein normaler Kissenbezug, selbst ein eng gewebter Baumwollbezug, lässt diese Partikel durch. Ein Encasing dagegen ist so engmaschig gewebt oder so beschichtet, dass Partikel bis hinunter zu 0,01 mm blockiert werden. Das bedeutet: Die Milben im Kern können sich nicht durch das Encasing fressen, kein neues Futter (Hautschuppen) gelangt hinein, und ihr Kot kann nicht herausdringen.
Das Ergebnis ist keine milbenfreie Umgebung, aber eine deutlich reduzierte Allergenbelastung für den Schläfer.
Encasing-Materialien im Vergleich
Es gibt vier grundlegende Materialklassen für Encasings, die sich deutlich unterscheiden:
Wasserdichte Beschichtung (ältere Technologie): Blockiert alles, was hindurchkommen könnte, aber ist nicht atmungsaktiv. Man schwitzt erheblich mehr, das Schlafklima wird schlechter. Diese Variante ist heute kaum noch empfehlenswert.
Verdichtete Mikrofaser und verdichtete Baumwolle: Atmungsaktiver als beschichtete Varianten, aber die Poren sind groß genug, dass Milbenkot-Allergene (die kleiner als die Milben selbst sind) durchdringen können. Sie halten Milben auf, aber nicht deren Allergene. Für eine schwache Allergie ausreichend, für eine ausgeprägte Hausstaubmilbenallergie nicht der optimale Schutz.
Evolon (und vergleichbare Mikrofaserfilament-Gewebe): Aktuell das Standard-Material in hochwertigen Encasings. Es wird nicht gewebt, sondern durch einen Spinnbonding-Prozess hergestellt, was eine sehr gleichmäßige, feine Struktur ergibt. Evolon blockiert sowohl Milben als auch deren Allergene, ist dabei atmungsaktiv und verursacht kaum Knistergeräusche. OEKO-TEX-zertifizierte Evolon-Encasings sind die empfehlenswerteste Variante für Menschen mit Hausstaubmilbenallergie.
Bio-Baumwolle (verdichtet, zertifiziert): Das einzige natürliche Encasing-Material ohne Kunststoffanteile. Es ist weicher als Evolon, günstiger als herkömmliche Baumwolle aber mit engerer Webung. Als Ökoprodukt interessant, aber der Schutz ist leicht schwächer als bei Evolon.
Das Raschel-Problem: wann und warum es entsteht
Günstige Encasings mit Kunststoffbeschichtung oder geringwertiger Mikrofaser rascheln. Das klingt banal, ist aber für empfindliche Schläfer ein echter Grund, das Encasing wieder abzunehmen. Das Geräusch entsteht, weil die beschichteten oder synthetischen Fasern bei Bewegung aneinander reiben.
Hochwertiges Evolon-Material und gut verarbeitete Bio-Baumwolle-Encasings sind fast geräuschlos. Nach dem ersten Waschen wird das Knistern bei den meisten Produkten deutlich geringer, weil die Faserstruktur durch die Wäsche aufgelockert wird.
Wer Encasings kauft und keine Geräusche will: auf Evolon oder Bio-Baumwolle setzen, auf Produkte mit ausdrücklichem Hinweis auf Geräuschreduzierung achten, und bei günstigen Modellen mit Beschichtung eher keine ruhige Nacht erwarten.
Krankenkassenerstattung: was möglich ist
Das wissen die wenigsten: Bei diagnostizierter Hausstaubmilbenallergie können Encasings als Hilfsmittel von der Krankenkasse erstattet oder bezuschusst werden. Die Voraussetzung ist eine ärztliche Diagnose, nicht nur der Verdacht.
Nicht alle Produkte sind erstattungsfähig. Suche nach Encasings mit Zertifizierungen wie TÜV-Prüfsiegel, Hohenstein-Zertifikat für Milben- und Hausstaubbarriere, oder Produkten, die als Medizinprodukt eingestuft sind. Auf der Krankenkassen-Website oder direkt beim Sanitätshaus lässt sich klären, welche Produkte anerkannt sind.
Das gesamte Bett encasen: warum ein Kissen nicht reicht
Wer nur das Kissen mit einem Encasing schützt, hat eine Lücke gelassen. Hausstaubmilben besiedeln bevorzugt die Matratze, aber auch Bettdecke und Kissen. Wenn Matratze und Decke weiterhin ungeschützt sind, schläft man zwar mit einem geschützten Kissen, atmet aber weiterhin Milbenallergene aus der Decke und Matratze ein.
Bei einer Hausstaubmilbenallergie müssen immer alle drei Komponenten (Matratze, Bettdecke, Kissen) mit Encasings versehen werden. Und wenn man ein Doppelbett mit einem Partner teilt, der keine Allergie hat, müssen trotzdem beide Bettseiten vollständig geschützt werden, weil Milben nicht an der Bettmitte Halt machen.
Passgenauigkeit: Bezüge für Nackenstützkissen
Warum normale Bezüge auf Nackenstützkissen schlecht passen
Das ist ein Problem, das kein Ratgeber erwähnt und das trotzdem viele Menschen kennen: Normale Kissenbezüge im Format 40×80 cm sind für ein klassisches Rechteckkissen gedacht, also ein flaches, gleichmäßig dickes Kissen.
Nackenstützkissen hingegen haben eine Wellenform, sind in der Mitte flach und an den Rändern dicker. Ein normaler Kissenbezug sitzt auf einem solchen Kissen entweder zu locker (es bilden sich Falten an den Rändern und der Bezug rutscht) oder zu eng (er drückt die Kissenform zusammen und verändert die Höhe und Stützeigenschaften).
Besonders bei hochwertigen höhenverstellbaren Kissen, die mit herausnehmbaren Lagen kommen, verändert ein zu enger Bezug die effektive Kissenhöhe nach unten.
Worauf beim Kauf achten
Beim Kauf von Kissenbezügen für Nackenstützkissen auf folgende Punkte achten: Erstens die Maße prüfen. Nackenstützkissen in 40×80 cm haben manchmal andere Dickenmaße als Standardkissen. Manche Hersteller geben eine Passmaß-Empfehlung für Bezüge an, die man berücksichtigen sollte.
Zweitens auf dehnbare Materialien achten. Jerseyware (Strickware) und elastische Bezüge passen sich der Kissenform besser an als Webware. Sie liegen enger an, rutschen weniger und verformen die Kissenstruktur weniger als ein steifer Webstoffbezug.
Drittens Encasings in der richtigen Größe wählen. Encasings für Nackenstützkissen gibt es auch in Sondergrößen oder mit elastischen Bereichen. Manche Hersteller bieten Maßanfertigungen an, was besonders für ungewöhnliche Kissenformen wichtig ist.
Hauteffekte: Was dein Bezug mit deiner Haut macht
Schlaffalten und Reibung
Das klingt wie ein Beautymagazin-Thema, ist aber physikalisch begründbar. Ein rauer oder wenig glatter Bezug erzeugt beim Schlafen mehr Reibung zwischen Bezug und Haut. Diese Reibung, über mehrere Stunden und viele Nächte hinweg, trägt zur Bildung von Schlaffalten bei. Das ist besonders an der Wange und am Hals relevant.
Glatte Materialien wie Seide, Bambus-Satin und Tencel erzeugen weniger Reibung. Polyester ist je nach Oberfläche unterschiedlich, oft aber rauer als die genannten Alternativen. Baumwolle liegt dazwischen.
Wer morgens regelmäßig mit ausgeprägten Druckspuren aus dem Kissen aufwacht, könnte von einem glatteren Bezugsmaterial profitieren.
Haarpflege während des Schlafs
Dasselbe gilt für Haare. Raue Bezüge erzeugen statische Aufladung und führen zu mehr Haarreibung und damit zu mehr Haarbruch, Knoten und Frizz. Satin-Bezüge aus Seide oder Bambus-Satin sind das Gegenteil: glatt, ohne statische Aufladung, mit deutlich weniger Haarreibung.
Für Menschen mit langen oder lockigen Haaren, die morgens häufig mit Knoten oder Frizz aufwachen, kann ein Satin-Bezug aus Bambus oder Seide einen sichtbaren Unterschied machen. Das ist keine Marketingbehauptung, sondern eine direkte Folge der Reibungsreduktion.
Pflege nach Bezugsmaterial
| Material | Waschtemperatur | Trockner | Bügeln | Besonderes |
|---|---|---|---|---|
| Polyester | 40–60°C | Ja | Kaum nötig | Formstabil, sehr pflegeleicht |
| Baumwolle | 60°C (Milbenabtötung) | Ja | Möglich | Kann einlaufen, Erstwaschung beachten |
| Tencel/Lyocell | 30–40°C (schonend) | Nur Niedrigtemperatur | Dampfbügeln möglich | Nicht über 40°C, sonst Faserschaden |
| Bambus-Viskose | 30–40°C | Niedrig oder Luft | Möglich bei niedrig | Empfindlich bei Hitze, nicht schleudern |
| Seide | 30°C Handwäsche | Nein | Nur mit Tuch dazwischen | Sehr empfindlich, kein Weichspüler |
| Encasing (Evolon) | 60–95°C | Ja | Nicht nötig | Kein Weichspüler (vermindert Schutzwirkung) |
| Encasing (Bio-Baumwolle) | 60°C | Schonend | Möglich | Schrumpfgefahr bei zu hoher Temperatur |
Wichtig für alle Encasings: Kein Weichspüler verwenden. Weichspüler lagert sich in den Fasern ab und verengt oder verklebt die für den Schutz notwendigen feinen Poren. Die Schutzwirkung nimmt mit jedem Weichspüler-Waschgang ab.
Häufige Fragen
Brauche ich einen Schutzbezug, wenn mein Kissen schon einen Bezug hat?
Wenn der bestehende Bezug abnehmbar ist, solltest du ihn regelmäßig bei 60°C waschen. Einen zusätzlichen Schutzbezug zu verwenden ist dennoch sinnvoll, weil er den Kern vor dem direkten Feuchtigkeitseintrag schützt und seltener gewaschen werden muss als der Hauptbezug. Er verlängert die Lebensdauer des Kissens erheblich.
Was ist der Unterschied zwischen einem Schutzbezug und einem Encasing?
Ein Schutzbezug schützt den Kern vor Schweiß und Feuchtigkeit, ist aber kein Milbenschutz. Ein Encasing ist ein milbendichter Sonderschutzbezug, der verhindert, dass Milben und ihr Allergen (Milbenkot) den Bezug passieren. Encasings sind fester und enger gewebt und aus anderen Materialien hergestellt.
Welches Bezugsmaterial ist für warme Schläfer am besten?
Bambus-Viskose oder Tencel/Lyocell. Beide nehmen Feuchtigkeit gut auf und leiten sie ab, ohne dass das Bezugsmaterial feucht-warm wird. Bambus hat die etwas höhere Feuchtigkeitskapazität. Tencel ist etwas robuster in der Pflege.
Müssen Encasings gewaschen werden?
Ja, regelmäßig. Mindestens alle zwei bis drei Monate bei mindestens 60°C. Für vollständige Entfernung von Milbenkot-Protein sind 95°C notwendig. Kein Weichspüler, weil er die Schutzwirkung verringert.
Passender Bezug für ein Nackenstützkissen: Was empfiehlst du?
Einen Bezug aus Jerseyware (Strickstoff) oder einem elastischen Material wählen, der sich der Kissenform anpasst ohne sie zu verformen. Auf die genauen Maße achten. Bei höhenverstellbaren Kissen einen Bezug wählen, der auch bei mehreren Lagen noch gut sitzt. Alternativ beim Kissenhersteller nachfragen, welche Bezugsgrößen empfohlen werden.
Lohnt sich ein Seidenbezug?
Wenn Hautreizungen, Schlaffalten oder Haarprobleme ein Thema für dich sind, dann ja. Die reibungsreduzierende Eigenschaft von Seide ist real und messbar. Für rein hygienische Zwecke ist Bambus oder Tencel die praktischere Alternative mit ähnlichen Hautvorteilen und einfacherer Pflege.
Fazit
Der Bezug ist nicht das Beiwerk des Kissens, sondern seine erste Kontaktfläche mit dir. Er beeinflusst, wie warm du wirst, wie deine Haut und Haare am Morgen aussehen, wie lange der Kern des Kissens hält, und bei Allergikern, wie stark die Allergenbelastung ist.
Die wichtigsten Entscheidungen: Für das Bezugsmaterial lohnt sich bei warmem Schlafen oder empfindlicher Haut die Investition in Bambus oder Tencel statt Polyester. Für Allergiker ist ein Evolon-Encasing unverzichtbar, und es sollte immer das gesamte Bett abgedeckt werden. Für alle Kissenbesitzer verlängert ein Schutzbezug zwischen Kern und Hauptbezug die Lebensdauer erheblich.
Und wer ein Nackenstützkissen mit ungewöhnlicher Form hat: Auf Jerseyware und elastische Bezüge setzen, damit die Form erhalten bleibt.



