Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit: Das teuflische Trio

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Fast jeder ist im Laufe seines Lebens mindestens einmal von Nackenschmerzen betroffen.

Häufig können sie auch Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit mit sich bringen.

In den meisten Fällen sind die Ursachen harmlos. Bei starken Schmerzen, Erbrechen oder auftretenden Lähmungserscheinungen sollte jedoch umgehend ein Arzt aufgesucht werden, denn es können auch ernsthafte Ursachen zugrunde liegen.

Die häufigsten Gründe für Nackenverspanungen und Nackenschmerzen

Die Ursachen für Nackenverspannungen und Nackenschmerzen sind genauso vielfältig, wie die Begleiterscheinungen, die sie mit sich bringen können.

Die häufigsten Gründe sind:

  • Fehlhaltung im Sitzen
  • Schlechter Schlaf
  • Bewegungsmangel
  • Zugluft
  • Überlastung
  • Unnatürliche Arbeitshaltung
  • Übermäßiger Stress
  • Trauma

All diese Aspekte haben einen Einfluss auf die Haltung und die Belastung der Halswirbelsäule und der umliegenden Muskulatur.

Deshalb kommt es sehr häufig vor, dass einer dieser Gründe oder auch eine Kombination aus mehreren Gründen zu Nackenschmerzen bzw. Verspannungen im Nackenbereich führen kann.

Fehlhaltung im Sitzen

Fehlhaltungen sind ein häufiger Auslöser für Nackenverspannungen und Nackenschmerzen. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele Menschen einen Arbeitsplatz im Büro haben, treten Fehlhaltungen immer häufiger auf. Die Halswirbelsäule ist sehr empfindlich und gleichzeitig auch eines der beweglichsten Bereiche des Körpers.

Wichtig ist, dass der Kopf senkrecht zur Halswirbelsäule ausgerichtet ist.

Doch das ist nur möglich, wenn der Rücken gerade gehalten wird. Während des Sitzens wird häufig eine Sitzposition eingenommen, die einen Rundrücken unterstützt. Dieser Rundrücken sorgt für eine stärkere Belastung der Nackenmuskulatur. Diese verspannt sich. Wird diese Fehlhaltung öfter eingenommen, kann es zu Muskelverkürzungen kommen.

Schlechter Schlaf

Schlechter Schlaf und die falsche Schlafposition können ebenfalls zu Nackenverspannungen führen.

Wer unter schlechtem Schlaf leidet, sollte auf jeden Fall die Ursachen klären lassen, denn die Entspannung während des Schlafens ist für den Körper essenziell wichtig, um sich zu erholen.

Außerdem sollte auf den richtigen Härtegrad der Matratze geachtet werden. Ein Nackenkissen kann einen guten Schlaf und die Entspannung der Nackenmuskulatur und der Halswirbelsäule ebenfalls unterstützen.

Mehr dazu finden Sie auch in meinem Artikel zu Nackenschmerzen nach dem Schlafen.

Bewegungsmangel

Bewegungsmangel ist einer der häufigsten Gründe für Nackenschmerzen. Aufgrund der fehlenden Bewegung bildet sich die Muskulatur in verschiedensten Bereichen zurück und sie wird nicht stark genug durchblutet.

Sport und regelmäßige Bewegung können helfen, die Muskulatur zu stärken, die Haltung zu verbessern und Nackenschmerzen vorzubeugen.

Zugluft/Klimaanlagen

Auch Zugluft kann ein Grund für Nackenschmerzen sein.

Sie führt zu einem Spannungsgefühl an der betroffenen Stelle.

Häufig ist der Nacken oder der Rücken betroffen.

Durch die Unterkühlung der betroffenen Muskulatur wird diese nicht mehr richtig durchblutet, was zu einer leichten Sauerstoffunterversorgung führt. Aus dieser kann dann eine Verspannung der entsprechenden Muskulatur folgen.

Überlastung

Eine Überbelastung, welche beispielsweise durch Sport hervorgerufen werden kann, kann ebenfalls Nackenverspannungen und Nackenschmerzen zur Folge haben.

Hierbei geht es vor allem um die falsche Ausführung von Sportübungen oder eine Überbelastung, wenn die Muskulatur bereits vorher angeschlagen war.

In diesem Fall kann eine leichte zusätzliche Belastung für die betroffene Muskulatur zu viel sein und sich verspannen.

Unnatürliche Arbeitshaltung

Eine unnatürliche Arbeitshaltung ist eine Art der Fehlhaltung. Ähnlich wie bei einem Bürojob, kann auch beispielsweise ein Job in der Küche zu Nackenschmerzen führen.

Das liegt daran, dass die betroffenen Personen häufig den Großteil ihrer Arbeit nach unten schauen.

Meistens ist die Arbeitsfläche zu tief angebracht, was zu einer zusätzlichen Belastung führt.

Als Folge können Muskelverhärtungen und Muskelverkürzungen auftreten.

Übermäßiger Stress

Wer unter übermäßigen Stress leidet, fühlt sich oft innerlich sehr angespannt.

Diese Angespanntheit kann leicht auf die Muskulatur übertragen werden.

Geballte Fäuste, oder angehobene Schultern sind oftmals Anzeichen dafür.

Auch in diesem Fall kann die Nackenmuskulatur davon betroffen sein.

Trauma

Ein Trauma, beispielsweise in Form eines Schleudertraumas, löst in den meisten Fällen Nackenschmerzen aus.

Das liegt daran, dass durch die starke kurzzeitige Belastung der Halswirbelsäule Nerven und Muskulatur verletzt sein können.

In diesem Fall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Warum lösen Nackenverspannungen Kopfschmerzen aus?

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Da hinter den Nackenverspannungen unterschiedliche Ursachen stecken können, sind auch die Ursachen für gleichzeitig auftretende Kopfschmerzen vielfältig.

Die häufigste Ursache, warum bei Nackenschmerzen Kopfschmerzen auftreten, ist, dass sich die Verspannung vom Nackenbereich auf umliegende Regionen ausweitet. In diesem Fall können umliegende Muskeln und Nerven betroffen sein.

Eine leichte Sauerstoffunterversorgung der Muskulatur kann ebenfalls zu Schmerzen führen.

Genauso, wenn die umliegenden Nerven betroffen sind.

In diesem Fall werden Signale vom Rückenmark nicht richtig weitergeleitet. Diese Art von Kopfschmerz wird auch häufig als Spannungskopfschmerz bezeichnet. Er beginnt oft im Nacken und breitet sich von dort weiter aus. Es handelt sich häufig um einen drückenden oder stechenden Schmerz.

Ein weiterer Grund, warum Nackenverspannungen Kopfschmerzen verstärken können, ist Migräne. Bei einer Migräne leiden die meisten Betroffenen bereits unter Kopfschmerzen. Durch die Kopfschmerzen und eine eventuelle Schonhaltung oder das Liegen im Bett kann eine vorhandene Nackenverspannung verstärkt werden. Das Verstärken oder das Neuauftreten der Verspannung können die Kopfschmerzen zusätzlich verstärken.

Warum lösen Nackenverspannungen Übelkeit aus?

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Die Halswirbelsäule ist einer der empfindlichsten Teile des menschlichen Körpers.

Außerdem laufen hier viele Nerven entlang.

Ist nun der Nackenbereich verspannt und die Muskulatur verhärtet, wird zum einen die Muskulatur nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und zum anderes ist der Signalfluss zum Rückenmark eingeschränkt.

In vielen Fällen treten Nackenschmerzen zusammen mit Schwindel auf. Eine häufige Begleiterscheinung des Schwindels ist die Übelkeit. Jedoch auch ohne Schwindel kann das Wohlbefinden durch die Nackenschmerzen so stark eingeschränkt sein, dass Übelkeit auftritt.

Treten die Symptome zeitnah nach dem Aufstehen auf, sollte als Ursache eine falsche Matratze oder eine falsche Schlafposition in Betracht gezogen werden.

Wer sich mit diesen Punkten auseinandersetzt, kann in den meistens Fällen eine Besserung des Wohlbefindens feststellen.

Ab wann zum Arzt?

Hinter Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Übelkeit können auch ernste Ursachen stecken. Deshalb ist es wichtig, diese Symptome nicht zu unterschätzen.

Bei besonders starken oder sehr lange anhaltenden Schmerzen auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Das gilt ebenfalls, wenn das Wohlbefinden stark beeinträchtigt ist.

Eine Meningitis kann sich beispielsweise durch genau solche Symptome bemerkbar machen. Dabei ist die Nackenverspannung eines der Leitsymptome. Treten zusätzlich zu den oben genannten Symptomen noch weitere Symptome wie Fieber, Erbrechen, grippeähnliche Erscheinungen, Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen auf, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Ebenfalls können sehr starke Ohrenschmerzen ebenfalls ein Anzeichen für eine Gehirnhautentzündung sein.

Es sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Ursache für die Symptome in einem Umfall oder einem anderen Trauma liegt, um eine Verschlimmerung der Symptome oder Spätfolgen zu vermeiden.

Was kann man tun um die Probleme in den Griff zu bekommen?

Es gibt ein paar Methoden zur Selbsthilfe, um akute Symptome zu lindern und erneuten Nackenverspannungen vorzubeugen.

Manuelle Therapie

Eine manuelle Therapie kann bei entsprechenden Beschwerden vom Arzt verordnet werden. Dafür muss zunächst sichergestellt werden, dass die Blockaden in der Halswirbelsäule oder die Verspannungen nicht aufgrund von Verletzungen auftreten.

Ist eine Lockerung und Entspannung der betroffenen Muskulatur vom Betroffenen selbst nicht mehr möglich, ist die manuelle Therapie eine gute unterstützende Methode. In diesem Fall werden Massagen durchgeführt, die die Muskulatur wieder stärker durchblutet und damit die Selbstheilungskräfte anregt und die Blockaden löst.

Dehnen

Dehnen kann gegen bereits vorhandene Nackenverspannungen helfen und auch künftigen Verspannungen vorbeugen. Werden durch Fehlhaltungen im Alltag Muskeln im Nackenbereich verkürzt, können durch entsprechende Dehnübungen diese Muskeln wieder gelockert werden.

Bei den Dehnübungen gegen Nackenschmerzen sollten schnelle, ruckartige und schmerzhafte Bewegungen vermieden werden.

Es sollten nur Übungen gemacht werden, die sich gut anfühlen.

Wird das Dehnen in den Alltag integriert, wird damit die Beweglichkeit des Kopfes verbessert und die Muskulatur gestärkt. Dies hilft, Nackenschmerzen vorzubeugen.

Wärmeanwendungen

Wärme ist ein sehr gutes Mittel zur Selbsthilfe bei akuten Symptomen.

Die Wärme sorgt für eine sofortige bessere Durchblutung der betroffenen Muskulatur. Durch den zusätzlichen Sauerstoff in den Muskeln werden die Selbstheilungskräfte angeregt, kleinere Verletzungen heilen schneller und die Muskulatur wird wieder beweglicher.

Für eine entsprechende Wärmetherapie kann ein Bad oder eine warme Dusche helfen. Außerdem ist die Anwendung von Wärmekissen, einer Wärmelampe oder Sportsalben empfehlenswert.

Stress reduzieren

Die Reduktion von Stress ist ein wichtiger Punkt, wenn der Betroffene immer wieder unter Nackenverspannungen leidet. Solange der häufige Stress immer wieder dazu führt, dass sich die Muskulatur verspannt, werden auch in Zukunft Nackenschmerzen auftreten.

Dafür ist es zunächst wichtig die Stressfaktoren zu identifizieren, mit der Zeit zu reduzieren und einen Ausgleich zu schaffen.

Bewegung und Sport

Bewegung und Sport können kurzfristig Symptome lindern und langfristig die Muskulatur stärken. Eine gestärkte Muskulatur hilft dabei, Fehlhaltungen auszugleichen und nicht so schnell in diese zu verfallen.

Außerdem wird die betroffene Muskulatur viel besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt.

Ein zusätzlicher Faktor ist der Abbau von Stress beim Sport.

Hinweis: Seien Sie vorsichtig mit Schwimmen und Radfahren, denn in beiden Fällen wird der Nacken beim Ausüben der Sportart überstreckt.

Nackenkissen

Ein Nackenkissen ist dann sinnvoll, wenn die Nackenschmerzen vor allem nach dem Schlafen auftreten. In diesem Fall ist es sehr wahrscheinlich, dass die Halswirbelsäule während des Schlafes falsch belastet wird.

Dadurch können sich die Muskeln nicht ausreichend erholen und es kommt zu Verspannungen.

Es gibt viele unterschiedliche Nackenkissen, die eine gesunde Schlafposition unterstützen. Die Halswirbelsäule wird im Schlaf entlastet und die Muskulatur wird gestützt.

Dadurch kann sich gerade die Nackenmuskulatur im Schlaf wieder von den Anstrengungen des Alltags erholen.


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