Knacken im Nacken: Gefährlich oder nicht?

Nackenschmerzen sind ein bekanntes Volksleiden. Mindestens ein Drittel der deutschen Bevölkerung hat einmal pro Jahr Probleme mit ihrem Nacken oder mit ihren Schultern.

Viele Menschen kennen das Knackgeräusch ihres Nackens. Es entsteht, wenn sie ihren Kopf zum Beispiel im Kreis rollen. Jene, bei denen das Knacken das erste Mal auftritt, wundern sich zunächst einmal. Und stellen sich die Frage, woher dieses Geräusch überhaupt kommt.

Dabei können auch andere Körperstellen das unangenehme Knacken verursachen. Insgesamt besitzt der menschliche Körper über 300 Gelenke mit verschiedenen Arten an Gelenken.

Doch wie gesund ist das Knacken mit dem Nacken wirklich?

Woher kommt das Knacken?

Dank seiner beiden Kopfgelenke und der Halswirbelsäule ist es dem menschlichen Kopf möglich, sich in drei Raumebenen zu bewegen. Sie können also mit ihrem Kopf nicken, ihn neigen und ihn auch drehen.

Das Nacken-Knacken entsteht meist durch eine Dehnung einer Gelenkkapsel des unteren Kopfgelenks.

Grundsätzlich besteht ein solches Gelenk aus zwei Gelenkflächen, die von einer Knorpelmasse umhüllt ist. Die Knorpel haben somit eine schützende Funktion. Eine Gelenkkapsel umhüllt dieses Gelenk. Die Innenschicht der Kapsel produziert eine Art Gelenkschmiere. Diese versorgt den Knorpel mit den wichtigsten Nährstoffen und ermöglicht die Gleitfähigkeit des Gelenks.

Durch eine ruckartige Bewegung ist es möglich, die beiden Gelenkhälften auseinander zuziehen. Während eine Art Vakuum entsteht, löst sich Kohlendioxid in Form von Bläschen, die dann wiederum zerplatzen. Dieses Geräusch wird als Knacken wahrgenommen.

Wie gefährlich ist dieses Knacken?

Oft wird behauptet, dass das Knacken des Nackens keine weiteren Beschwerden entstehen lassen. Das es zur Gänze ungefährlich ist. Bei Schmerzen in der Nackengegend kann jedoch eine ernste Verletzung oder eine Krankheit vorliegen.

Mehrere Medien haben von einem US-Amerikaner aus Oklahoma berichtet, der infolge seines Nackenknackens daheim einen Schlaganfall erlitten hat. Nach der Dehnung seines Halses bekam der Mann immer schlimmere Schmerzen. Seine linke Körperseite konnte er kaum noch bewegen. Sein Schwiegervater brachte ihn natürlich so schnell wie möglich in das nächstliegende Krankenhaus. Die Untersuchung ergab dann, dass er sich einige seiner Halsarterien zerrissen hat.

Hier geht es auch um das Erkennen von seinen eigenen körperlichen Grenzen. Denn wer seinen Kopf immer ruckartiger und stärker drehen muss, um das Knackgeräusch entstehen zu lassen, kann sich selbst auf die eine oder andere Weise schaden.

Warum machen wir es dann überhaupt?

Vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die ihren Nacken einfach aufgrund einer alten Gewohnheit heraus knacken lassen. Oft wird das Geräusch jedoch ungewollt von sich gegeben. Ein häufiger Auslöser sind Dehnungsübungen, um Schmerzen und Verspannungen im Bereich des Nackens zu lösen.

Zu den verschiedenen Ursachen zählen unter anderem eine verspannte und schwache Muskulatur des Nackens, Stress im Alltag, eine Fehlbelastung durch eine falsche Haltung oder zu wenig Bewegung.

Die bessere Alternative

Am sinnvollsten ist es wohl, wenn Sie regelmäßig gezielte Übungen ausführen. Dazu eignen sich bestimmte Dehnübungen und Kraftübungen. Mit diesen sichern Sie sich nicht nur gegen weitere Muskelverspannungen ab, Sie kräftigen damit auch ihre Nackenmuskeln.

Auch ein Physiotherapeut kann Ihnen bei Schmerzen im Nacken und der daraus resultierenden Fehlhaltung weiterhelfen. Zum einem ist dieser mit den Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Körpers bestens vertraut. Zum anderen kann er Ihnen auch passende Übungen zeigen, die Sie dann zu Hause ausführen können.

Folgende Übungen sind sehr effektiv bei Nackenschmerzen…

  • Setzen Sie sich dazu aufrecht auf ihren Stuhl. Legen Sie nun ihre Handflächen an ihren Hinterkopf. Beginnen Sie nun mithilfe ihrer Fingerspitzen ihren Kopf in Richtung Brust zu drücken. Diese Bewegung sollten Sie sanft und mit geradem Rücken durchführen. Halten Sie diese Dehnung ein bis zwei Minuten lang aufrecht. Möglicherweise sitzt ihr Kinn dabei auf ihrer Brust auf. In den letzten 20 Sekunden können Sie den Zug nach vorne noch etwas steigern.
  • Die zweite Übung können Sie im Vierfüßlerstand am Boden durchführen. Achten Sie darauf, dass ihre Arme gestreckt sind und senkrecht unter ihren Schultern den Boden berühren. Ihre Knie sollten sich unter ihren Hüften befinden. Nun drücken Sie ihren Brustkorb nach unten und führen ihren Kopf leicht in ihren Nacken. Nun machen Sie ein Hohlkreuz. Halten Sie diese Stellung, während Sie zweimal tief ein- und ausatmen. Im Zuge des nächsten Schrittes rollen Sie ihren Rücken nach oben und senken dabei gleichzeitig ihr Kinn in Richtung Brust. Halten Sie nun die Position des Katzenbuckels. Atmen Sie wieder zweimal tief ein und aus.

Um eine dauerhafte Überlastung in der Nacht auszuschließen bietet sich ein stützendes Nackenstützkissen an. Solche Kissen finden Sie z.B. in meinem umfangreichen Nackenstützkissen Test.

Sollten Sie zu den Personen zählen, die unter ständigen Nackenschmerzen und Verspannungen leiden, wenden Sie sich am besten an ihren Arzt. Nur dieser kann die notwendigen Untersuchungen durchführen und Ihnen auch weitere Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen.

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